Urlaub & Reiseberichte für Italien
Wer mit dem Schiff in Venedig ankommt, der hat den Eindruck, die Stadt wäre ins Wasser gebaut worden. Letztendlich stimmt das auch, denn die Stadt mit den unzähligen Kanälen wurde auf mehr als hundert Inseln errichtet, die auf Grund des durch den globalen Klimawandel verursachten steigenden Wasserspiegels immer mehr geflutet werden. Besonders deutlich wird das auf dem Markusplatz, wo immer öfter die Holzstege aufgebaut werden müssen, auf denen man trockenen Fußes auf die andere Seite gelangen kann. Dort liegen zahlreiche sehenswerte Gebäude wie der Dogenpalast und die Markuskirche.
Das touristische und kulturelle Zentrum von Venedig liegt im Süden. Dort findet sich auch das Gelände, auf den die Biennale stattfindet sowie die Flaniermeile der Stadt, von der aus man immer wieder einen Blick auf den Canale Grande werfen kann, von dem aus man Touren mit der Gondel starten kann.
Für Hobbyarchitekten ist vor allem die typische Bauweise der Stadt interessant. Viele der Gebäude stehen statt auf einem Fundament auf hölzernen Pfählen, die bis in den Lehmboden hinunter reichen. Mit Anstrichen von Teer und Öl wurden diese so konserviert, dass sie den immer wieder eindringenden Wassermassen widerstehen konnten. Statt des eigentlichen Fundaments findet man bei den Bauten im italienischen Venedig die so genannten Zarratons.
Dabei handelt es sich um feste Verbindungen zwischen Holz und Backsteinen, die den Bauwerken die nötige Stabilität geben. Auch die weltbekannte Rialtobrücke besitzt einen solchen Unterbau, der immerhin aus der stolzen Zahl von mehr als 10.000 Stämmen besteht. Trotz dieser Sicherungsmaßnahmen haben die Gebäude mit aufsteigender Feuchtigkeit zu kämpfen, was sich allein schon daran zeigt, dass die meisten Erdgeschossbereiche schon längere Zeit nicht mehr genutzt werden.
...